Dorfzentrum: Wettbewerb 2014

Die Entscheidung für das neues Ortszentrum von Mils in Tirol ist gefallen!

Dorfzentrum: Wettbewerb 2014Die Gemein­de Mils möch­te ihr Orts­zen­trum auf­wer­ten und eini­ge Nut­zun­gen rund um einen neu zu schaf­fen­den Dorf­platz ansie­deln. Ange­dacht sind rund 30 Woh­nun­gen für betreu­tes Woh­nen, ein neu­er Pfarr­saal, ein Café, eine Büche­rei, ein Co-Working Space für gemein­schaft­li­ches Arbei­ten von Krea­tiv­schaf­fen­den, der zukünf­ti­ge Umgang mit dem Mes­ner­haus – Neu­nut­zung oder Abriß, ein Ver­kehrs­an­ge­bot mit Shared Space sowie die Gestal­tung eines leben­di­gen Dorf­plat­zes. Die Auf­ga­ben­stel­lung ist durch­aus kom­plex, es geht neben einer Lösung für ein gro­ßes Wohn­ge­bäu­de auch um die ortsträum­li­he Ver­träg­lich­keit der neu­en bau­li­chen Maß­nah­men mit der Kir­che, der Schu­le, dem Gast­haus und der Stra­ße.

Um zum bes­ten gestal­te­ri­schen Vor­schlag zu kom­men, haben die Gemei­ne­ver­ant­wort­li­chen einen beson­de­ren Ent­wick­lungs­weg gewählt. Es wur­de die Kom­bi­na­ti­on aus Bür­ger­be­tei­li­gungs­ver­fah­ren und Archi­tek­ten­wett­be­werb, zu dem acht Archi­tek­tur­bü­ros ein­ge­la­den wur­den, gewählt. Die Gemein­de zählt damit öste­reich­weit zu den Vor­rei­tern die sol­che kom­bi­nier­ten Ver­fah­ren aus­pro­bie­ren, um eine brei­te Akzep­tanz inner­halb der Bevöl­ke­rung für Bau­kul­tur zustan­de zu brin­gen. Die inten­si­ve Betei­li­gung der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger war Teil der gemein­sa­men Ideen­fin­dung als Auf­takt des Wett­be­werbs. „Durch ein erwei­ter­tes Hea­ring, das zwei Tage dau­er­te und als Ideen­werk­statt, also gemein­sa­mes Ideen ent­wi­ckeln zwi­schen Bevöl­ke­rung, Archi­tek­ten­teams, Gemein­de­ver­ant­wort­li­chen und Jury statt­fin­de­te“ so Julia Ober­ho­fer und Roland Gru­ber von non­con­form die den Betei­li­gungs­pro­zess mode­rier­ten, „wur­de das Raum­pro­gramm gemein­sam im Detail geklärt und wich­ti­ges Ver­trau­en zwi­schen Archi­tek­ten und Bür­gern auf­ge­baut“. In der Fol­ge hat­ten die Archi­tek­ten­teams meh­re­re Wochen Zeit, die vie­len Ideen und Wün­sche der Bevöl­ke­rung in kon­kre­te bau­li­che Ent­wür­fe zu brin­gen.

Dorfzentrum: Wettbewerb 2014
Jury­vor­sit­zen­der Hans Hohen­fell­ner, Bür­ger­meis­ter Dr. Peter Han­ser, Mar­kus Prack­wie­ser vom Sie­ger­team

Am 21.Mai 2014 fand im Ver­eins­haus Mils die Jury­sit­zung statt, die auch für inter­es­sier­te Bür­ge­rin­nen und Bür­ger offen war. Dabei wur­de allen Betei­lig­ten auch die Qua­li­tät von Wett­be­wer­ben offen­sicht­lich, weil durch die gemein­sa­me Betrach­tung und Gegen­über­stel­lung unter­schied­li­cher Lösungs­vor­schlä­ge der bes­te Bei­trag für die Auf­ga­ben­stel­lung gefun­den wer­den kann. Nach einer lan­gen und kon­struk­ti­ven Sit­zung setz­te sich schließ­lich das Pro­jekt der DIN A4 Archi­tek­ten aus Inns­bruck durch. „Zuerst möch­te ich einen gro­ßen Respekt an alle Pla­ne­rin­nen und Pla­ner und an die hohe Qua­li­tät der Arbei­ten aus­spre­chen“, so Jury­vor­sit­zen­der Hans Hohen­fell­ner, der vom Sie­ger­pro­jekt ganz angetant ist. „Das Sie­ger­pro­jekt hat es per­fekt ver­stan­den, für die doch kom­ple­xe Auf­ga­ben­stel­lung beson­ders atmo­sphä­re­vol­le Räu­me zu schaf­fen – Das Sie­ger­pro­jekt ein beson­de­rer Bei­trag für die Mil­ser Bevöl­ke­rung ist, eine neue Orts­mit­te mit einem über­dach­tem Frei­be­reich zu bekom­men, der für viel­fäl­ti­ge Nut­zung für die All­ge­mein­heit zu Ver­fü­gung steht“, so Hohen­fell­ner.

Dorfzentrum: Wettbewerb 2014

Das sieg­rei­che Pro­jek­te hat die Auf­ga­ben­stel­lung fol­gend gemeis­tert: Das betreu­te Woh­nen wur­de als Hof­haus mit innen­lie­gen­dem Atri­um, um das die Zim­mer ange­ord­net, kon­zi­piert. Zusätz­lich bie­tet es in den Ober­ge­scho­ßen eine groß­zü­gi­ge Gar­ten­flä­che als Außen­be­reich  und eine Stu­be als Begeg­nun­s­be­reich. Im, nach Süden ori­en­tier­ten Ein­gangs­be­reich sind die öffent­li­chen Berei­che – Ver­ei­ne und die Büche­rei – unter­ge­bracht.

Sehr mar­kant tritt der Dorf­platz in Erschei­nung. Unter einem weit­ge­spann­ten, qua­drat­um­schrei­ben­dem Flug­dach befin­den sich das öffent­li­che Café und der Pfarr­saal. Die­se kön­nen in den Hof­be­reich geöff­net wer­den und es besteht sogar die Mög­lich­keit, das gesam­te Atri­um zu über­da­chen. Die Mög­lich­keit, die­se Hof­flä­che zu bespie­len, könn­te in Zukunft den vor­han­de­nen Fest­platz an Attrak­ti­vi­tät über­tref­fen und die­sen auch erset­zen.

Für das Mes­ner­haus wer­den ver­schie­de­ne Aus­bau­va­ri­an­ten auf­ge­zeigt, begin­nend mit der Nut­zung als Co-Working Space und Arzt­pra­xis, mit dem Vor­teil, das dabei der zeit­li­che Rah­men nicht bin­dend ist.

Das Sie­ger­pro­jekt hat den Spa­gat geschafft, die vie­len unter­schied­li­che Ansprü­che in einer hohen Qua­li­tät räum­lich umzu­set­zen und ein Pro­jekt zu ent­wi­ckeln, was nicht vor­der­grün­dig zeit­geis­tig ist“, so Klaus Juen, Lei­ter Dorf­er­neue­rung Tirol.

Ich bin sehr zufrie­den und bedan­ke mich bei allen, die so kon­struk­tiv an dem gesam­ten Pro­zess mit­ge­ar­bei­tet haben, so Bür­ger­meis­ter Peter Han­ser, es ist ein wirk­lich gutes Ergeb­nis und das Pro­jekt wird eine ech­te Auf­wer­tung des Dorf­zen­trums sein. Ich freue mich jetzt schon auf den ers­ten Kaf­fee, den ich am neu­en Dorf­platz trin­ken kann.“

Josef Wald­ner 20.6.2014

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