Die „Rohrbrücke“ 1992

Als weni­ge Jah­re nach dem 2. Welt­krieg die Fa. Swa­rov­ski den ehe­ma­li­gen Trup­pen­übungs­platz
Mils­er­hei­de und die Sied­lungs­ge­nos­sen­schaft Pax den nörd­lich anschlie­ßen­den Föh­ren­wald
kauf­te, um dort Sied­lun­gen zu errich­ten, war die Trink­was­ser­ver­sor­gung durch die Gemein­de
Mils wegen Was­ser­man­gels nicht mög­lich.
rohrbr 92Die Stadt­ge­mein­de Hall, durch das Hall­tal mit dem begehr­ten Naß reich­lich aus­ge­stat­tet,
erklär­te sich bereit, die Ver­sor­gung der neu­en Sied­lung zu über­neh­men. Dies mach­te aller­dings
den Bau einer Rohr­brü­cke über den Wei­ßen­bach unter­halb der Hal­ler Trink­was­ser­spei­cher
not­wen­dig. In wei­te­rer Fol­ge wur­de durch die Stadt­wer­ke Hall ein Lei­tungs­strang auf Mil­ser
Gebiet bis zur Brü­cke beim Taub­stum­men­in­sti­tut ver­legt, um den Ring zu schlie­ßen. Mils
besitzt auch das Recht, vom Hall­tal­bach 40 1/sec für das Feu­er­bachl zu bezie­hen. Dafür muß­te
als Fol­ge des Kraft­werks­bau­es Hall­tal 1913 eine höl­zer­ne Rohr­brü­cke für das Mil­ser­bachl über
den Wei­ßen­bach errich­tet wer­den. Der Grund für den heu­ri­gen Brü­cken­neu­bau waren Schä­den an
den Pfeilr­fun­da­men­ten ‚die durch Hoch­was­ser des Hall­tal- und Wei­ßen­ba­ches im Juli 1987 und am
22. Dez. 1991 ver­ur­sacht wur­den.
Nach Abschluß der Pla­nungs­ar­bei­ten konn­te im Früh­jahr 1992 mit dem Bau der neu­en Stahl­brü­cke begon­nen und am 1. Juli abge­schlos­sen wer­den.
Die alte Brü­cke wur­de anschlie­ßend abge­tra­gen. Die Pfei­ler der Fach­werks­brü­cke besit­zen nun eine 11m
tie­fe Fun­die­rung außer­halb des Was­ser­lau­fes. Bei einer Län­ge von 40 m hat die Kon­struk­ti­on
ein Gewicht von ca. 16 t. Zwei Sphä­ro­guß­roh­re mit je 250 mm Durch­mes­ser lie­fern sowohl Hal­ler
Trink­was­ser für Mils Nord, als auch das Was­ser für das Mil­ser Feu-erbachl. Sämt­li­che
Leis­tun­gen für das 2 Mill. Schil­ling- Pro­jekt, von der Pla­nung, dem Brü­cken­bau, die
Rohr­lei­tun­gen und Bau­meis­ter­ar­bei­ten, wur­den von ansäs­si­gen Fir­men erbracht.
Hall, das in der glück­li­chen Lage ist, nicht nur sei­ne Bewoh­ner und Betrie­be reich­lich mit
gutem Hoch­quell­was­ser zu ver­sor­gen, besitzt sogar Reser­ven, um Orts­tei­le von Mils und
not­falls auch in Absam ein­zu­spei­sen. In die­sem Zusam­men­hang ist es auch erwäh­nens­wert, daß
durch den Bau eines Bun­des­heer­stol­lens im Anschuß an die Andre­as Hofer Kaser­ne in Absam hoch-
wer­ti­ges Trink­was­ser ange­fah­ren wur­de, das dem dop­pel­ten Bedarf der Stadt Hall ent­spricht,
näm­lich 4–5 Mill. m3 pro Jahr . Das Was­ser ent­springt auf dem Gemein­de­ge­biet von Thaur und
stellt eine Reser­ve über die Regi­on hin­aus dar. Es gilt aller­dings abzu­war­ten, ob sich die
Schütt­men­ge von 120 bis 180 l/sec als kon­stant erweist.[…]  Die nun fer­tig­ge­stell­te
Rohr­brü­cke über den Wei­ßen­bach ist das kleins­te Brü­cken­bau­werk in einer Rei­he von
Groß­brü­cken, die der­zeit im Raum Hall und Umge­bung im Bau sind oder in den nächs­ten Mona­ten
begon­nen wer­den. Es han­delt sich hier um die Eisen­bahn­brü­cke über den Inn bei Vol­ders, die
neue Eisen­bahn­brü­cke über den Wei­ßen­bach unter­halb der Gug­ge­rin-sel und die
Auto­bahn­an­schluß­brü­cke, die beim Löff­ler­weg über den Inn füh­ren wird.
Quel­le. Hal­ler Lokal­an­zei­ger Juli 1992
Josef Wald­ner, 29.9.2017

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