Nachruf Herbert Zimmermann

Herbert Zimmermann

1930 – 2016

Ehren­zei­chen­trä­ger der Gemein­de Mils

Herbert Zimmermann
Her­bert Zim­mer­mann

Es wird gar nicht so vie­le geben, die sich in der­art enga­gier­ter und viel­fäl­ti­ger Wei­se in das Gemein­schafts­le­ben von Mils ein­ge­bracht haben, wie Her­bert Zim­mer­mann. Wenn in der Begrün­dung der Gemein­de für die Ver­lei­hung der Ehren­zei­chen 1990 ange­führt wird,  dass sich die Aus­ge­zeich­ne­ten „ in wich­ti­gen Funk­tio­nen her­vor­ra­gend bewährt und auf poli­ti­schem wie auch auf dem kul­tu­rel­len und sport­li­chen Sek­tor über­durch­schnitt­li­che Leis­tun­gen gebo­ten haben“, so trifft dies auf ihn in beson­de­rer Wei­se zu.

1930 in Inns­bruck gebo­ren, wuchs er in den Wir­ren des 2. Welt­krie­ges auf, ganz in der Nähe des West­bahn­ho­fes, einem begehr­ten Angriffs­ziel alli­ier­ter Flug­zeu­ge, in stän­di­ger Angst vor Bom­ben­an­grif­fen. Die­se Zeit hat ihn sicht­lich geprägt, wahr­schein­lich kommt auch daher sei­ne Ableh­nung von Gewalt, sein Appell, die Leh­ren der Geschich­te nicht zu igno­rie­ren, sein unbän­di­ger Wil­le sich durch­zu­set­zen und ein gesteck­tes Ziel beharr­lich und gerad­li­nig zu ver­fol­gen, das nach sei­nen Grund­sät­zen Rich­ti­ge zur Richt­schnur sei­nes Han­delns zu machen, unge­mein kon­se­quent und nur sel­ten kom­pro­miss­be­reit. Dies brach­te  ihm nicht nur Freun­de ein,  als Mensch mit Ecken und Kan­ten konn­te er pola­ri­sie­ren wie fas­zi­nie­ren, der Umgang mit ihm war nicht für jeden und immer in glei­cher Wei­se ange­nehm. Aber sich mit Tricks und Ver­stel­lung per­sön­li­che Vor­tei­le zu ver­schaf­fen, das kam ihm nicht in den Sinn, es ging ihm immer nur um die Sache.

Nach meh­re­ren Jah­ren Auf­ent­halt in der Schweiz, wo er sei­ne spä­te­re Frau Tina ken­nen­lern­te (Hoch­zeit 1955), über­sie­del­te er 1963 nach Mils. Schon 1968 wur­de er erst­mals in den Gemein­de­rat gewählt (SPÖ) und war dort 21 Jah­re lang tätig, Ver­tre­ter in unzäh­li­gen Aus­schüs­sen, wie auch im Dorf­er­neue­rungs­aus­schuss, des­sen Schrift­füh­rer er war. Er enga­gier­te sich in meh­re­ren Ver­ei­nen, war sich dort für kei­ne Arbeit zu scha­de, für den SC Mils war er eini­ge Jah­re Lei­ter der Sek­ti­on Fuß­ball.

Sein ganz beson­de­res Inter­es­se galt der akri­bi­schen Erfor­schung und Dar­stel­lung der Mil­ser Geschich­te. Es gab und gibt nie­man­den in Mils mit einem der­art umfang­rei­chen Wis­sen über die his­to­ri­sche Ent­wick­lung des Dor­fes, auf­ge­zeich­net in ca. 80  Schrif­ten (Höfe­ge­schich­te, Schloss Schnee­burg, Grün­egg, die Her­ren von Mils u.v.a), der Öffent­lich­keit teil­wei­se in (30) Bän­den in der Rei­he „Kun­ter­bun­tes aus Mils“  zugäng­lich gemacht und in sei­nem „Dorf­buch Mils 2002“ zusam­men­ge­fasst. Er eig­ne­te sich auch die sel­te­ne Fähig­keit an, alte Schrif­ten und Urkun­den zu lesen und zu ver­ste­hen und sie in den Kon­text der dama­li­gen Zeit zu set­zen. 2011 erwarb die Gemein­de sei­ne his­to­ri­schen Mate­ria­li­en, die­se kön­nen jeder­zeit im Amt ein­ge­se­hen wer­den.

Ehrun­gen:

Ehren­zei­chen­trä­ger der Gemein­de Mils

Trä­ger des Ver­dienst­kreu­zes des Lan­des Tirol

Trä­ger des Ver­dienst­kreu­zes des Kul­tur­wer­kes des Lan­des Tirol

Gol­de­nes Ehren­zei­chen des Sport­club Mils

Ehren­mit­glied des Krip­pen­ver­ein Mils

J.Waldner

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