Oppitz Hans

Oppitz HansElektronik-Labor, Forschungsinstitut

Wenn man sein Labor betritt, fühlt man sich unwill­kür­lich an gewis­se Kli­schees, betref­fend For­scher und Erfin­der, erin­nert: Mit Gerä­ten voll­be­la­de­ne Räu­me, ein Wirr­nis von Kabeln, Zei­gern, elek­tro­ni­schen Anzei­gen, von Appa­ra­ten und Mate­ria­li­en, deren Beschaf­fen­heit und Ver­wen­dungs­zweck dem Lai­en fremd und obskur anmu­tet.
Als der 1927 in Inns­bruck gebo­re­ne Hans Oppitz 1973 kam nach Mils kam und im Haus der ehe­ma­li­gen Tisch­le­rei Glatzl ein­zog, war er bereits selb­stän­di­ger Erfin­der, der sich vor allem als Ent­wick­ler von Mess­ge­rä­ten einen Namen gemacht hat­te. Mes­sun­gen mach­ten ihn auf pre­kä­re Sach­ver­hal­te bezüg­lich unse­rer Umwelt auf­merk­sam und er begann, die­se akri­bisch zu doku­men­tie­ren (ins­be­son­de­re Strah­lungs­wer­te).
Mit den Jah­ren führ­ten sei­ne For­schun­gen zu einer Rei­he von Erfin­dun­gen, für die er welt­wei­te Paten­te erhielt und deren Auf­zäh­lung auf Grund der zahl­rei­chen Lizen­zen unvoll­stän­dig blei­ben muss. Von wei­te­ren, ver­fei­ner­ten Mess­ge­rä­ten über effek­ti­ve Heiz­sys­te­me, Schim­mel­be­kämp­fung, elek­tro­me­di­zi­ni­sche Gerä­te (vor allem Infra­rot-Gerä­te und ihre the­ra­peu­ti­schen Anwen­dun­gen), Mate­ria­li­en zur Abschir­mung von schäd­li­chen Strah­lun­gen, Gerä­te zur Schaf­fung gesun­den Raum­kli­mas, Geruchs­be­sei­ti­gung durch Ozon, bis zum prak­ti­schen Fuß­wär­mer reicht die Palet­te. Tro­cken­le­gun­gen von Gebäu­den auf Basis eines Elek­tro­os­mo­se-Ver­fah­rens (dem ein­zi­gen Ver­fah­ren, das die Ablö­sung von Fres­ken ver­hin­dert) führ­ten ihn in die gan­ze Welt, u.a. sanier­te er die Sem­per­oper in Dres­den, Gebäu­de im Vati­kan, Mos­kau und Mexi­ko, Tem­pel in Thai­land und als größ­ten „Fall“ das Par­la­ments­ge­bäu­de in Buda­pest mit ca. 4 km Mau­er (heu­te führt sein Enkel mit die­sem „Sys­tem Oppitz“ Sanie­run­gen von Gebäu­den durch). Mit der Umkeh­rung des­sel­ben Ver­fah­rens führ­te Hans Oppitz welt­weit Bewäs­se­run­gen in Tro­cken­ge­bie­ten durch, für die Land­wirt­schaft eben­so wie für Golf­plät­ze und sanier­te kran­ke Baum­be­stän­de.
Dass ihn sei­ne Erfin­dun­gen den­noch nicht reich gemacht haben, führt er auf ein typi­sches „Erfin­der­schick­sal“ zurück – auch in die­sem Sin­ne scheint er in das Bild des etwas welt­frem­den Wis­sen­schaft­lers pas­sen, des­sen Bega­bun­gen eben nicht im Ver­kauf lie­gen, der ein­träg­li­che Geschäf­te oft gewief­ten Lizenz­neh­mern über­las­sen muss.
Und wenn man einen genaue­ren Blick in sei­ne Mess­da­ten der Umwelt­be­las­tun­gen wer­fen kann und sei­ne Inter­pre­ta­tio­nen hört, ver­lässt man doch als nach­denk­li­cher Mensch sein Haus und macht sich auf den Heim­weg…

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