Susanna Kurzthaler

Susanna Kurzthaler
Susan­na Kurztha­ler

Biath­lon. Schö­ne Bil­der einer präch­ti­gen wei­ßen Land­schaft. Sport­ler, die mit einer Inten­si­tät über die Loi­pe jagen, als sei­en Kraft und Aus­dau­er uner­schöpf­li­che Güter. Und dann, nach höchs­ter kör­per­li­cher Akti­vi­tät: der Schieß­stand. Ruhe und Kon­zen­tra­ti­on trotz Herz­ra­sen und dem Heben und Sen­ken der atmen­den Brust. Schei­ben in 50 Meter Ent­fer­nung müs­sen getrof­fen wer­den. Und das so rasch als mög­lich, denn die Zeit rennt wei­ter. Fehl­schüs­se bedeu­ten Straf­run­den. Noch beim letz­ten Schie­ßen kann sich vie­les ver­än­dern, Favo­ri­ten „ster­ben“ und Außen­sei­ter nach vor­ne stür­men.

So ist für Span­nung bis zum Schluss  gesorgt – kein Wun­der also, dass Wett­be­wer­be der Welt­spit­ze Zuschau­er   in Mas­sen zu mobi­li­sie­ren ver­mö­gen und in eini­gen Län­dern TV-Anstal­ten Quo­ten­hits besche­ren (Ant­holz 2015: 62.000 Fans in vier Renn­ta­gen; ZDF: bis zu 5,7 Mil­lio­nen Zuschau­er täg­lich).

Dabei ist Biath­lon eine rela­tiv jun­ge Sport­art. Zwar kön­nen deren Ursprün­ge über 5000 Jah­re zurück­ver­folgt wer­den, wie Fels­zeich­nun­gen von Jägern auf Ski­ern in Nor­we­gen bele­gen, aber Biath­lon als Sport­art wur­de erst 1949 vom IOC aner­kannt, nach­dem es sich schritt­wei­se aus Wett­kämp­fen im mili­tä­ri­schen Patrouil­len­lauf ent­wi­ckelt hat­te. Rich­tig popu­lär wur­de Biath­lon ab den 1990er Jah­ren, als TV-Über­tra­gun­gen ein brei­tes Publi­kum anspra­chen und neue Mög­lich­kei­ten der Ver­mark­tung boten. Es wird wohl kei­ne ande­re Win­ter­sport­art geben, in der Sport­ler so vie­ler Natio­nen ver­tre­ten sind und sich auch Chan­cen auf einen Platz am Podest  aus­rech­nen kön­nen.

Susan­na ent­stammt einer Fami­lie, in der sich Begeis­te­rung und Bega­bung für Sport ide­al zu ergän­zen schei­nen (Onkel Chris­ti­an Rasch­ner ist Pro­fes­sor am Insti­tut für Sport­wis­sen­schaf­ten in Inns­bruck, ihre Cou­sins sind aus­ge­zeich­ne­te All­round­sport­ler,  in ihren Spe­zi­al­dis­zi­pli­nen Ski­lauf bzw. Fuß­ball gel­ten Domi­nik Rasch­ner und Lukas Ascha­ber als hoff­nungs­vol­le Talen­te).  Und so mach­te auch Susan­na schon im Kin­des­al­ter Bekannt­schaft mit dem Lang­lauf, der im Ver­band mit ande­ren Fami­li­en in den nahen Gebie­ten von Gna­den­wald und Lüsens gepflegt wur­de. Susan­na fand Gefal­len dar­an und bestritt schon im Volks­schul­al­ter ers­te Lang­lauf­ren­nen. Aus einer klei­nen Grup­pe Jugend­li­cher for­mier­te sich das „Nor­dic Team Absam“, auch die Mil­ser Mag­da­le­na Fan­k­hau­ser und Felix Leit­ner stie­ßen dazu. Trai­ner Han­nes Steindl über­re­de­te schließ­lich die damals 10-bis 11jährigen, zum Biath­lon zu wech­seln. Die­se Sport­art begeis­ter­te Susan­na,  so dass sie nach der Haupt­schu­le in das Schi­gym­na­si­um Stams wech­sel­te. Vor­mit­tags Unter­richt, nach­mit­tags Trai­ning und abends Stu­di­en­zeit bestimm­ten fort­an den täg­li­chen Rhyth­mus als Biath­le­tin (mit sai­so­nal beding­ten Ände­run­gen).

Susanna KurzthalerAuch jetzt, nach abge­schlos­se­ner Matu­ra, bezieht sie ihre Moti­va­ti­on aus Spaß am Sport, aus dem Gemein­schafts­er­leb­nis eines ver­schwo­re­nen Teams, aus der Zufrie­den­heit mit der eige­nen Leis­tung und hat sich ein Her­an­tas­ten an die Welt­spit­ze zum Ziel gesetzt. Wett­kämp­fe in aller Welt geben ihr Gele­gen­heit, unter­schied­li­che Län­der und Kul­tu­ren ken­nen zu ler­nen und so den geis­ti­gen Hori­zont zu erwei­tern – als Bei­spiel sei das sibi­ri­sche Tju­men erwähnt, das mit rie­si­gen Dimen­sio­nen von Sta­di­on, Anla­gen und Trai­nings­mög­lich­keit zu beein­dru­cken ver­mag , die Lebens­um­stän­de jen­seits des Sport­are­als sich aber gra­vie­rend von denen zu Hau­se unter­schei­den und so Herz und Ver­stand zu einer Wert­schät­zung der Hei­mat öff­nen, die man sonst viel­leicht nicht hät­te.

Natür­lich weiß sie, dass sie Biath­lon in Wett­kampf­form nicht ewig bestrei­ten wird. Sie ist aber auch über­zeugt, dass der Sport ihr Eigen­schaf­ten ver­mit­teln kann, die für die Bewäl­ti­gung des gesam­ten Lebens von gro­ßer Bedeu­tung ein kön­nen: Die Kon­se­quenz, mit der ein Ziel ver­folgt wird, wei­ter­ma­chen bevor man auf­gibt, der Umgang mit Nie­der­la­gen, den eige­nen Kör­per und sei­ne Gren­zen ken­nen ler­nen, die Kon­zen­tra­ti­on auf die eige­ne Leis­tung (und nicht auf die der ande­ren).

Und möge ihr auch noch eines erhal­ten blei­ben: ihr fei­nes und gewin­nen­des Lächeln, das so gar nicht die enor­men Anstren­gun­gen des Biath­lon-Sports erah­nen lässt.

Daten

Geb. am 16.05.1995 in Inns­bruck, VS Mils, HS Schönegg, Schi­gymn. Stams (Matu­ra 2014); zwei Geschwis­ter (Phil­ipp und Chris­ti­na).
Eltern: Josef („Sepp“) und Ulri­ke („Ulli“), geb. Rasch­ner; Eigen­heim in Mils seit 1992, Fam. Rasch­ner seit 1973.

Ergebnisse (bis 01/2015):

Saison 2012/13:

2. Platz Sprint Alpen­cup Hoch­fil­zen
1. Platz Ver­fol­gung Alpen­cup Hoch­fil­zen
2. Platz Gesamt­wer­tung Alpen­cup
Teil­nah­me EYOF (Bra­sov)

Saison 2013/14:

3. Platz Staf­fel JWM
2. Platz ÖM-Staf­fel Hoch­fil­zen
3. Platz Sprint ÖM Ober­til­li­ach

Saison 2014/15:

Teil­nah­me Som­mer­welt­meis­ter­schaft in Tyu­men (RUS)
1. Platz Ein­zel ÖM Hoch­fil­zen (Som­mer)
1. Platz ÖM-Staf­fel Hoch­fil­zen
6. Platz Ein­zel IBU-Cup Ober­til­li­ach
9. Platz Sprint Euro­pa­meis­ter­schaft Ote­pää (Est­land)

Quel­le: Dorf­blatt 03_20014
Josef Wald­ner 28.3.2015

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