Pensionierung Cölestin Winkler

Lehrerfeier in Mils

Am ver­gan­ge­nen Sonn­tag, den 6. April 1924, abends ver­an­stal­te­te die Gemein­de Mils ihrem seit 1. April pen­sio­nier­ten Schul­lei­ter Herrn Cöles­tin Wink­ler eine Abschieds­fei­er im Gast­hof zum Tief­entha­ler. Herr Bür­ger­meis­ter Zim­mer­mann und eini­ge Gemein­de­rä­te erschie­nen in der Woh­nung des Herrn Schul­lei­ters Wink­ler und luden ihn ein, mit ihnen zum Tief­entha­ler zu kom­men. Als die­se Depu­ta­ti­on mit dem Jubi­lar dort ein­lang­te, hat­ten sich schon der Hoch­wür­di­ge Herr Orts­pfar­rer Mair, der Hoch­wür­di­ge Herr Insti­tuts­di­rek­tor Sie­be­rer, alle Gemein­de­rä­te, der Orts­schul­rat, das Kir­chen­chor­per­so­nal, die Orts­mu­sik, vie­le ehe­ma­li­ge Schü­ler und Bür­ger ein­ge­fun­den. Die geräu­mi­ge Veran­da war dicht gefüllt. Die gut geschul­te Musik eröff­ne­te mit einem schnei­di­gen Marsch die Fei­er. Hier­auf ergriff Herr Bür­ger­meis­ter Zim­mer­mann das Wort, begrüß­te alle Anwe­sen­den, hob die Ver­diens­te des Gefei­er­ten her­vor, die er sich als Leh­rer in der 35- jäh­ri­gen Wirk­sam­keit in der Gemein­de Mils erwor­ben, sprach ihm Aner­ken­nung und Dank der Gemein­de aus und über­reich­te ihm eine künst­le­risch aus­ge­führ­te Ehren­ur­kun­de in präch­ti­gem Rah­men. Sei­ne Rede klang in ein drei­fa­ches Hoch auf den Jubi­lar aus, in das alle mit Begeis­te­rung ein­stimm­ten. Der ver­stärk­te Kir­chen­chor brach­te ihm nach­her ein musi­ka­li­sches Hoch in begeis­ter­tem Gesang dar. Nach kur­zer Pau­se nahm Hoch­wür­den Orts­pfar­rer Mair das Wort und fei­er­te den Jubi­lar als Leh­rer, Orga­nist und Bür­ger und wünsch­te ihm noch vie­le, vie­le Jah­re der bes­ten Gesund­heit. Her­nach sprach der Obmann des Schul­ra­tes sei­nen Dank aus, dann Herr Tief­entha­ler namens des Kir­chen­cho­res, fer­ner dank­ten noch zwei ehe­ma­li­ge Schü­ler in gelun­ge­ner Wei­se ihrem alten Leh­rer. Nach die­sen dank­te der Jubi­lar dem Bür­ger­meis­ter, dem Orts­pfar­rer, der Gemein­de und allen, die die­se für ihn ganz über­ra­schen­de Fei­er ver­an­stal­tet hat­ten. Ins­be­son­de­re dank­te er auch dem Hau­se Tief­entha­ler – nament­lich der Frau Tief­entha­ler- die ihm eine außer­or­dent­li­che Unter­stüt­zung auf dem Kir­chen­chor jeder­zeit war. Er brach­te ein Hoch auf Frau Tief­entha­ler, wel­che nun schon 42 Jah­re auf dem Cho­re tätig ist – auch heu­te noch – aus. Zwi­schen die ein­zel­nen Reden und Anspra­chen misch­ten sich abwech­selnd gelun­ge­ne Musik­stü­cke und präch­ti­ge Gesangs­chö­re. Auf die­se Wei­se ver­ran­nen die Stun­den in der kurz­wei­ligs­ten und ange­nehms­ten Gemüt­lich­keit und Fröh­lich­keit, so dass auch noch der fol­gen­de Tag etwas in die Mit­lei­den­schaft gezo­gen wer­den muss­te. Bei der Tren­nung stimm­ten alle über­ein: Dies war eine gemüt­li­che Fei­er. Dem Jubi­lar wün­schen wir noch eine lan­ge Rei­he von Jah­ren des bes­ten Erd­englücks! Der Gemein­de Mils gra­tu­lie­ren wir auch noch zum Schlus­se zur gelun­ge­nen Ver­an­stal­tung und Ehrung für ihren Leh­rer. Sie hat damit den glän­zen­den Beweis erbracht, dass sie eine schul- und leh­rer­freund­li­che Gemein­de ist.

Quel­le: Hal­ler Lokal­an­zei­ger vom April 1924
Josef Wald­ner 26.7.2017

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